6 Stunden vor der deutschen Zeit, 12 Stunden vor der kolumbianischen

Seit gut anderthalb Wochen sind wir nun auf Bali. Die Landschaft ist toll. Saftiges Grün vor einem Bergpanorama. Die Reisterrassen sehen idyllisch aus. Ab und zu finden wir ein Hinweisschild, das um Bezahlung für Fotos bittet. Als Reisbauer würde es mich auch nerven, wenn mich Touristen ständig fotografierten.

Wir haben auch bereits ein paar Tage mit Heike und Jörg verbracht. Die Stimmung ist gut, auch wenn es vereinzelt Reibungspunkte gibt. Es ist eine neue Situation für uns alle: In dieser Personenkonstellation, mehrere Tage in einem fremden Land. Mit geliehenen Rollern fahren wir über die Insel und erkunden Tempel, essen sehr scharf am Straßenrand und halten öfters, weil Heike vergeblich nach Zwiebeln sucht. Abends sitzen wir auf der Terrasse, schauen auf die Reisfelder und debattieren und philosophieren über Staatsformen, Erziehung und den Weltengeist.

Die Beiden erkunden gerade den Osten der Insel. Uns war das zu stressig. Wir sind in Ubud geblieben. In ein paar Tagen treffen wir sie auf den Gili Inseln wieder. Dann zum Strandurlaub mit Tauchen und Abhängen.

Ich merke, dass ich hier noch nicht richtig angekommen bin. Auch ist mir meine Intention für die zweite Reisehälfte noch nicht ganz klar. Auf jeden Fall ändert sich gerade der geplante Reiseverlauf wieder. Viola will arbeiten um finanziell auf die Beine zu kommen. Ich will Heiler besuchen und von ihnen lernen. Der zweite Teil der Reise soll für mich eher eine Reise nach innen werden. Die Erfahrungen mit Ayahuasca in Südamerika wären tief und wirken nach. Die dort gefassten Ideen haben für mich Einiges verändert. Für Viola auch. Sie ist jetzt diejenige, die mich zum Sport auffordert. Und sie ist auch diejenige, die jetzt arbeiten will. So kannte ich sie bisher nicht. Gefällt mir aber.

Für mich ist es schwierig die Zeit der Ungewissheit bezüglich des weiteren Reiseverlaufs auszuhalten. Doch hat sich das Warten auf eine stimmige Lösung für mich bisher meistens als vorteilhaft erwiesen. Ich bin gespannt, zu welcher Lösung wir dieses mal kommen.

PS: Wir haben ein neues Reisemaskottchen – einen blauen Lappen

Insbesondere für Eike: Würdet ihr auch einen blauen Lappen als Reisemaskottchen wählen?

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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

betr.: blauer Lappen
Ich hatte die Hoffnung, dass Ihr in den vergangenen Monaten den Schritt vom Greenhorn (vergl. Winnetou1-3, Sam Hawkins, S.248 ff.) zum ausgefuchsten Weltenbummler bewältigt. Leider ist das nicht der Fall, denn die Frage nach dem blauen Lappen kann nur bedeuten, dass Ihr nicht aufmerksam genug das Phänomen des Lappens im Weltgeschehen beobachtet habt!
Ein richtiger Lappen ist niemals (!!!) blau. Er ist vielmehr von einem unbeschreiblichen Grau, erwirbt er doch seine Farbe in den Straßenküchen dieser Welt, liebkost von schwieligen Händen seiner Besitzer, weitergegeben von Generation zu Generation ewig wischender Tortilla-Schmiede und inbrünstig rubbelnder Hackfleisch-Garer. Er hat den Nährwert einer Hauptmahlzeit, den Geruch einer indischen Eisenbahntoilette und die Haptik eines Kinderpopos.
Merke: Nur ein solcher Lappen taugt zum Maskottchen!
In der Hoffnung auf eine gute Weiterreise verbleibt: Eike

Der Vater hat sich eine hervorragende Beobachtungsgabe erarbeitet. Die Würde, einen Lappen mit den von dir beschriebenen Dimensionen mitzuführen, erscheint uns doch noch ein wenig zu hoch. Wir müssen etwas kleinere Brötchen backen. Und jetzt lass mich, wir fahren jetzt in einen Tempel. Tschüssn

Ich hätte auch gern einen blauen Lappen. Bringt mir doch einen mit. 🙂
Alles Gute auf der Reise!

Danke für die Wünsche. Aber es gibt nur einen wahren blauen Lappen.

Und Steffen, ist dir schon etwas eingefallen zum künftigen Reiseverlauf? Auf jeden Fall hört sich das alles sehr spirituell an. Ich bin schon neugierig auf unser Gespräch, wenn du wieder in der Gegend bist. Viel Erfolg & Glück bei der Suche…
Gruß Jan

Hallo Jan,
mir ist noch nichts Konkretes Eingefallen. Aber ich bemerke, dass sich meine Gedanken langsam verdichten. Diese Woche werde ich erstmal die Geistheiler auf Bali besuchen. Da bekomme ich vielleicht noch etwas Inspiration. Liebe Grüße, Steffen

Hat die arme Viola jetzt also einen weißen und einen blauen Lappen im Gepäck…..

Ja, aber der blaue ich in allen Punkten besser.