Bärchenwurst war mir schon immer suspekt. Aber als heute Morgen von meiner Hühnersuppe aufschaute, sah ich 20 Meter weiter Kästen stehen, voll mit Hühnern.

Machen wir uns nichts vor: Um die Welt täglich mit Fleisch zu versorgen, leben Hühner in Massenhaltung. Die Effizienz des Fleischmarktes betrachtet sie als Ware. Das gilt auch für die Tötung. Sein Dasein ist eine einziges Gräuel. Wenn ich die Wahl hätte: Ein Leben als Schlachthuhn oder nicht auf die Welt kommen? Ich würde Zweites wählen.

Für mich ist das Leben keine heilige Kuh. Es kommt und es geht. Mal in Form von Altersschwäche, mal in Form von äußerer Einwirkung. Davon schließe ich mich nicht aus. Ich würde kein Fleisch essen, wenn ich nicht auch bereit wäre ein Lebewesen umzubringen. Menschen aßen schon immer Tiere. Was mich am Fleischverzehr stört, ist der Umgang mit ihnen. Respektlos. Die Haltungsbedingungen und der schlechte Umgang sind für mich überhaupt nicht okay. Sie machen mir zu schaffen. Dabei mache ich den Schlachtern keinen Vorwurf. Ich bin es selbst – mit meiner Essenswahl.

Als ich wieder auf meine Suppe schaute, sah ich einen Hühnchenbrocken darin schwimmen. Mir war der Appetit vergangen – zum ersten mal in meinem Leben. Wir wurde wieder einmal klar: „Mein Kassenzettel ist mein Wahlschein. Jedes verdammte mal.“

Doch jetzt die Fleischesser zu verurteilen bringt nichts. Ich bin ja selbst einer und will auch nicht darauf verzichten. Ich glaube auch, dass Fleisch auf den Speiseplan gehört. Trotzdem wird es einen Unterschied machen, ob ich 3x täglich oder einmal wöchentlich Fleisch esse. Vielleicht kann ich dann den vor mir liegenden Flügel ansehen und mir darüber bewusst werden, dass jetzt ein Huhn meinetwegen nicht mehr gackert. Wenigstens sind es nicht sieben.

In Deutschland gibt es inzwischen Landwirte, die auf eine artgerechte Haltung und -Tötung wert legen. Zum Beispiel Meine kleine Farm oder die Neuland Fleischerei um die Ecke. Ich hatte schon viele Dokus über dieses Thema gesehen. Für mich machte es heute Morgen den Unterschied es mit eigenen Augen zu erleben.

Wie gehst du mit diesem Thema um?

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Vera + Bernd Kleinfeldt
7. September 2016 7:35

Guten Morgen,
ich als getrarnter carnivore muss Dir zustimmen mit Deiner Feststellung. Auch ich mache mir selten Gedanken über das „Schlachtvieh“. Nur wenn ich bei den Bedou’s bin, erlebe ich wieder das innige Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Es wird nur getötet, wenn absolut notwendig.

Ich war mal wieder 2 Monate in Linz, Vera war kurzfristig dabei. War zuletzt gut 3 Wochen in Abu Dhabi (Vater der Gazellen) und Al Ain. Dort habe ich versucht mit meinem rechten Unterschenkel einen Landcruiser umzukippen. Merkwürdigerweise hat es nicht funktioniert. Naja, nun sieht der Unterschenkel dementsprechend farbig aus.

Im Oktober sind Vera und ich dann in meinem geliebten Oman.

Bis dann irgendwann irgendwo ……………….

Vera und Bernd

Hallo ihr Beiden,
schön von euch zu hören. Und danke für euren Kommentar. Ich finde es richtig super, dass euch die Reiselust nicht verlassen hat. Trautes Heim ist schön, das weiß ich inzwischen zu schätzen und sehne mich auch manchmal danach. Doch Reisen hat Qualitäten, die ein Heim nicht bieten kann. Es kommt für mich auf die Mischung an.

Viele Grüße
Steffen

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