Dieses Lied vermittelt für Viola und mich das Gefühl, das wir mit unserer Weltreise verbinden:

Mir fällt es schwer diesen Post zu verfassen, weil ich gar nicht so genau sagen kann, wie es mir geht und womit ich ihn füllen soll.

 

Morgen Abend breche ich zum Flughafen auf. 17 Stunden später werde ich nach Abzug der Zeitverschiebung in Deutschland landen. 17 Stunden Flugzeug und dann sind auf einmal keine Blätter mehr an den Bäumen und und es ist 20 Grad kälter.

 

Für mich ist es ein sehr emotionales Erlebnis. Denn dieser Flug stellt das eigentliche Ende der Weltreise dar. Eine neue Zeit bricht an. Viola und ich sind dann auch räumlich voneinander getrennt. Gestern hatten wir unseren Abschlussabend. Wir unternahmen einen langen Strandspaziergang und redeten über unser Befinden.
Wenn ich an den morgigen Flug denke, werde ich bewegt. Ich denke zurück an die große Reise, die hinter uns liegt. Für mich ist sie ein Meisterwerk. Ich habe mich mit vollem Herzen dem Leben hingegeben und so viel dafür erhalten. Das berührt mich sehr. Jetzt sitze ich in meinem Lieblingscafe und heule in mein Eis, weil gefühlt etwas Großes zu Ende geht.

Ich denke zurück daran, wie ich 2012 zum ersten Mal den Gedanken an eine Weltreise fasste. Er war zunächst klein und unscheinbar, wie ein Samenkorn. Doch es war auf fruchtbaren Boden gefallen. Die nächsten drei Jahre pflegte ich den Gedanken und ließ ihn größer werden. Ich fing an aus dem Gedanken eine neue Realität entstehen zu lassen. Als ich im Frühling 2015 den Flug nach Kuba für Viola und mich buchte, wurde aus dem Gedanken eine echte Handlung und damit eine neue Lebenswirklichkeit.

 

2015 verkauften wir alles, was wir besaßen. Wir wurden leicht und flexibel. Wir entwurzelten uns. Das passierte materiell und auch psychologisch. Dann kam die Abschlussparty und schon ging der Flieger. Wir ließen uns vom Reisen treiben, wie ein Stück Holz im Bach. Und wir ließen uns von unseren Erlebnissen beeindrucken, so wie das Wasser und Steine das Holz trommeln und schleifen. Heute sind wir  zwei neue Personen, die sich eingelassen haben und jemand anderes geworden sind.

 

Der eine hat seine Selbstwirksamkeit gefunden, der andere seine Verbundenheit. Und beide noch viel mehr. Wir haben das fast anderthalbjährige Abenteuer gemeinsam gemeistert und uns einen Schatz erschaffen, der uns den Rest unseres Lebens unvergesslich bleiben wird. Dieses Abenteuer endet morgen. Das macht mich traurig, stolz und freudig zur gleichen Zeit.

 

Ein Wiedereingliedern und Niederlassen sehen wir für uns noch nicht wieder vor. Viola wird noch länger auf Bali bleiben, ich werde Deutschland bereisen – Stand heute. Ich will eine Zeit wieder in Magdeburg leben, meiner Heimatstadt. Ich werde bei Sören wohnen. Das wird sicherlich auch eine spannende neue Erfahrung für meinen alten Schulfreund und mich. Wir kennen uns seit 22 Jahren.
Den Mai werde ich in Berlin verbringen und mich intensiv mit der Alexandertechnik befassen. Mitte Juni ziehe ich nach Köln um, um einen Monat nahe bei Sebastian zu leben. Dann noch einmal Berlin für ein paar Wochen. Danach plane ich Osteuropa bis Ende September, aber das steht noch in den Sternen. Sobald es kälter wird, will ich wieder nach Südamerika bis Ende des Jahres. Weihnachten will ich auf jeden Fall Zuhause sein. Ein drittes Jahr Weihnachten ohne mich kann ich meiner Mama nicht antun, hahaha. Anfang 2018 will ich wieder nach Asien. Ich will Indien noch mehr erkunden und mein Patenkind besuchen. So meine Idee bis jetzt. Doch kann auch alles anders kommen. Schließlich bin ich nur ein Stück Holz im Fluss des Reisens.

7 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Respekt Steffi! Ich beneide dich um die Entscheidung hier in Deutschland alles hinter dir gelassen zu haben und diese Reise anzutreten. Ich hoffe du lässt uns weiterhin ein Stück Teil haben an deinen Leben in Form eines Blogs. Habe ihn immer gerne gelesen.
Freue mich auf ein baldiges Wiedersehen.

Kuss Melvin 😉

Hallo Steffen,

deine Tränen zeigen das du noch mehr Mensch geworden bist!
Ich freue mich dich im Mai in Berlin wieder zu sehen und auf spannende Geschichten die du zu erzählen hast. Ich wünsche Dir einen erholsamen Flug und bis bald mein Lieber

James

Vera + Bernd Kleinfeldt
14. März 2017 18:21

Danke für Eure Meldung. Es hätte auch sein können, dass ihr im Urwald verloren gegangen seid.
Wir waren fast den ganzen Februar in Marokko. Vor gut 20 Jahren waren wir beide im Königreich tätig, Vera im Hopital Militaire in Rabat und ich als Directeur des Hopital International in Ifrane.
Mensch, wie hat sich Marokko verändert.

Gruß Euch beiden von Vera und Bernd

Hallo ihr Beiden!
Ja jetzt ist ja doch alles anders gekommen und ich werde nicht so bald zurück in Berlin sein.
Ich sende euch liebe Grüße! <3

Hey ihr Beiden, toll von Euch zu hören. Für mich seid ihr Reisevorbilder. Weiter so!

Hey Steffen,
was für ein Erlebnis. Was für ein Mut. Du hast alles richtig gemacht. Wir freuen uns natürlich auch, wenn du in Berlin etwas Zeit für uns hast.
Gruß Jan

Hallo Jan, ich bin jetzt nur ganz kurz in Berlin. Im Mai schaffen wir es auf jeden Fall. Viele Grüße, Steffen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.