Die Reisevorbereitung ist ein Organisationsmonster und es wird auf jeden Fall zu rrzögerungen kommen (Du hast mit Behörden zu tun). Deshalb haben wir uns für einen langen und langsamen Plaungszeitraum entschieden, der viel Pufferzeit enthält. So haben wir uns auf unsere Weltreise vorbereitet.

Ein Jahr bis neun Monate vorher

Entschluss für Dauer der Weltreise: Daraus resultieren finanzielle und logistische Konsequenzen. Wir wollten länger reisen, nämlich ein Jahr oder mehr. Deswegen entschieden wir uns die Fixkosten in Deutschland zu minimieren. Wir verkauften unseren Hausstand und gaben unsere Wohnung auf. Bei einem halben Jahr Reisezeit hätten wir das nicht getan. Ebenso mussten wir ein anderes finanzielles Budget kalkulieren.

Grober Reiseplan: Für uns ist es wichtig gutes Wetter zu haben. Deswegen haben wir Klimatabellen als ein Entscheidungskriterium für unsere Reiseroute mit einfließen lassen. Da wir zu zweit reisen und keiner zu kurz kommen will, haben wir uns über mögliche Reiseländer verständigt. Jeder nahm eine leere Weltkarte zur Hand und zeichnete die Länder ein, die: er unbedingt besuchen wollte und die besonders interessant für einen Besuch zu sein schienen. Anschließend glichen wir unsere Ergebnisse ab und erstellten den groben Reiseplan.

Finanzplan entwickeln: Wir haben unsere Finanzen aufgelistet und überlegt, wie viel wir weglegen können ohne dass Lebensqualität verloren geht. Der Lebensstil war uns dabei weniger wichtig. Wir sind der Meinung: Für ein tolles Projekt reißen wir uns finanziell auch gern mal ein paar Monate zusammen.

Bekanntgabe des Vorhabens im Vertrautenkreis: Um entspannt Reisen zu können bedarf es auch den Rückhalt der Lieben und Vertrauten Zuhause. Wir finden, dass dieser Personenkreis frühzeitig eingeweiht werden sollte.

To-Do-Liste anlegen: Eine Todo-Liste half uns den Überblick zu behalten. Wir hatten sie digital. Die Aufgabe ummarkiert: noch nicht damit begonnen, Gelb: in Bearbeitung – evtl. Wiedervorlagetermin, Grün: Abgeschlossen. Es hat sich für uns sehr gelohnt weit im Voraus Sachen zu erledigen. Das brachte uns in die komfortable Situation in den letzten Tagen vor der Abreise entspannt die wichtigsten Menschen noch einmal besuchen zu können und sich ohne Druck verabschieden zu können.

Alles, was langatmig werden kann: Zum Beispiel Versicherungen. Wir wollten eine Risikolebensversicherung auf den jeweiligen Partner abschließen, damit wir uns im Falle des Falls sich wenigstens finanziell nicht zu sorgen brauchen. Genauso eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Jedoch fragen die Versicherungsgesellschaften, ob in den nächsten drei Monaten ein längerer Auslandsaufenthalt ansteht. Hier die Unwahrheit zu sagen lohnt sich nicht. Hätten wir von dieser Klausel vorher gewusst, so hätten wir unsere Verträge vorher geschlossen.
• Risikoleben
• Haftpflicht ink. Auslandshaftpflicht
• Auslandskrankenversicherung ink. Rücktransportversicherung
• Berufsunfähigkeitsversicherung
• Krankenkasse auf Anwartschaft umstellen
Mein Versicherungsberater hat hier gute Dienste geleistet. Er arbeitet unabhängig und ich glaube dass er sich jetzt in Sachen „Weltreisende“ nun ein gutes Spezialwissen angeeignet hat.

Ordner „Homebase“ anlegen: Die Homebase ist unsere erste Schnittstelle zur Heimat. Wir haben uns jeder eine Person unseres Vertrauens gewählt. Unsere Post geht dort hin und unsere Versicherungsunterlagen sind dort hinterlegt. Im Notfall kann ich mir sogar Geld schicken lassen. Wir heften alle Informationen, die die Weltreise betrifft, dort ab.
• Inhalte:
• Versicherungsunterlagen
• Patientenverfügung
• Vorsorgevollmacht
• Testament
• Erreichbarkeiten
• Homebase Reisepartner
• Versicherungsmakler
• Evtl. Bankzugänge

Impfungen: Wir suchten uns einen Tropenarzt und vereinbarten einen Termin. Sie fragte uns nach unserer Reiseroute und -dauer. Daraufhin wurde ein Impfplan erstellt. Durch mehrteilige Impfungen können sich die Impfzyklen über mehrere Monate erstrecken. Deswegen haben wir so früh damit begonnen.

Neun bis sechs Monate vorher

Reiseapotheke:
– Breitband-Antibiotikum
– Anti-Allergikum
– Schmerztabletten (kein Aspirin, da Blutverdünnend)
– Kanülen und Spritzen
– Verbandsmaterial
– Erkältungssalbe
– Malaria-Prophylaxe
– Magen-Darm Medikamente
– Verhütung
– Menstruationstasse 😉

Packlisten erstellen: Wir haben uns verschiedene Packlisten von Freunden und aus dem Internet besorgt und abgeglichen, was für uns Sinn ergibt. Was es tatsächlich geworden ist, kannst Du in unserem Abreisevideo sehen. Für uns war es hilfreich frühzeitig zu überlegen, was wir mitnehmen wollten, um Ausrüstung zu besorgen. Das kann schnell ins Geld gehen, merkte Viola, als sie ihre Wanderschuhe besorgte. Second hand ist hier vor allem unser Motto. Es gibt fast neuwertige Ausrüstung für sehr wenig Geld. Ich hatte zum Glück so gut wie alles. Doch merkte ich, dass ich die Packliste nicht bis zum Schluss durchdacht hatte. Ich wollte während der Reise verschiedene Fachbücher lesen, die nicht ohne Weiteres zu besorgen sind. Doch ließ ich die Frage offen, ob ich die Bücher als E-Book oder Hardcover mitnehmen wollte. Und so entschied ich mich ein wenig zu spät, um entspannt bleiben zu können, für den E-Book-Reader. Das bedeutete, dass ich in den letzten zwei Wochen vor der Abreise einen guten Teil meines Zeitpuffers damit verbrachte Bücher zu digitalisieren. Das hätte ich mit etwas mehr Entscheidungsfreude auf diesem Gebiet sicherlich entspannter haben können. Vielleicht hätte ich es doch so wie Viola machen sollen und hätte einmal Probe gepackt. Dann wäre die Entscheidung sicherlich klarer ausgefallen, ob 15 Fachbücher oder einen E-Book-Reader mitzunehmen sei. Für uns hat es funktioniert das nötige Equipment über Monate hinweg aus den laufenden Ausgaben zu bestreiten. So mussten wir keinen größeren Batzen Geld auf einmal in die Hand nehmen und haben es kaum bemerkt, wenn wir im laufenden Monat ein paar Euros weniger in der Tasche hatten.

Save the Date für die Abschiedsparty: Weltreisende sind Macher. Deswegen habe ich mich entschlossen vorher noch eine anständige Party zu feiern. Damit auch viele Gäste kommen hat sich für mich ein „Save the Date“-Schreiben bewährt. Es muss lediglich der Partytermin festgehalten werden. Alles andere kann dann geplant werden. Wenn ihr mehr über die Organisation meiner Abschlussfeier wissen wollt, schreibt mir.

Laufende Verträge kündigen: Anhand meiner Kontoauszüge schlüsselte ich meine laufende Verträge auf und entschied, welche ich noch brauche und welche nicht. Dabei bemerkte ich, dass manche Verträge jährlich abgebucht werden. Aber Vorlaufzeit sei Dank, konnte ich alles rechtzeitig kündigen. Dann habe ich mir eine Liste aller Verträge erstellt: Vertragsname, Kündigung abgeschickt (Datum), Kündigung bestätigt und diese Punkte jeweils abgehakt. Die Bestätigungen habe ich dann im Weltreise-Ordner abgelegt.

Dokumente beantragen:
• internationaler Führerschein
• Touristenvisa/Arbeitsvisa: Sie sind bei den Botschaften der jeweiligen Länder erhältlich. Bei vielen muss man persönlich vorstellig werden. Zum Glück war eine kubanische Botschaft in Berlin
• Reisepass: In den meisten Reiseländern muss er noch mindestens sechs Monate gültig sein. Das bedeutet: Letzter Reisetag plus sechs Monate

In Berliner Behörden bekamen wir Termine nach zwei Monaten. Hier hat uns unsere langfristige Planung wieder einmal geholfen Nerven und Geld für eine eventuelle Sofortbearbeitung zu sparen.

Versuchsreise mit Reisepartner: Vor unserer Reise waren Viola und ich noch nicht zusammen gereist. Deswegen haben wir als kleinen Test eine Woche Urlaub vorgeschaltet, um zu sehen, ob wir uns verstehen. Hat geklappt.

Kreditkarten klären: Eine Kreditkarte ist gut, zwei sind besser. Denn es passiert schnell, dass eine Kreditkarte im Ausland erst einmal gesperrt wird. Algorithmen registrieren verdächtige Abhebemuster und sperren die Karte automatisch. Das tun sie um missbrauch vorzubeugen. Ich habe mit meiner Bank telefoniert und mir erklären lassen, was ich im Falle des Falls zu tun habe. Denn ich finde ohne Geld kann es schwierig werden.

Infos zu den jeweiligen Reiseländern auf der Webseite vom auswärtigen Amt einholen: Nicht alle Länder sind überall friedlich. In Mexiko sollte man laut auswärtigen Amt nicht überall hinreisen. Diesen Empfehlungen wollen wir folgen.

Erste Flugtickets kaufen: Ein „Around the World“-Ticket ist nur für reiche Reisende geeignet. Ab circa 3000,- Euro gibt es sie zu kaufen. Durchschnittliche 500 Euro zahlt man pro Flug. Teuer! Skyscanner hat uns geholfen das günstige Kubaticket zu bekommen.

Kontakte sammeln: Einerseits habe ich Kontakte zu Menschen gesammelt, mit denen ich auch aus dem Ausland Kontakt haben möchte. Andererseits habe ich Kontakte im Ausland gesammelt. So haben wir beispielsweise einen Ansprechpartner in Havanna und werden vom Flughafen in Mexiko abgeholt. Mit Hilfe von ausländischen Kontakten haben wir die Hoffnung die jeweiligen Länder noch besser bereisen zu können.

Sechs bis zwei Monate vorher

Steuererklärung: Die vom letzten Jahr habe ich fertig gemacht. Gleichzeitig habe ich vereinbart, dass die nächste erst nach Reiseende kommt.

Möglichkeiten der Einlagerung von Sachen prüfen und klarmachen: Wir haben Sachen in einem Selfstorage eingelagert, um Verwandten nicht auf den Sack zu gehen.

Passfotos erstellen: In vielen Ländern braucht man ein Visum zur Einreise. Das ist häufig auch mit einem inflationären Verbrauch an Passbildern verbunden. Noch in Deutschland kann man diese unproblematisch und günstig erstellen lassen. Ich habe mich und Viola mit einer Spiegelreflex-Kamera fotografiert, die Bilder mit einer Bildvorlage aus dem Internet angepasst und dann auf einem Fotodrucker gedruckt. Jeder von uns hat circa 30 Passbilder dabei.

Daten sichern: Wir haben unsere Rechner mitgenommen. Damit bei einem Hardwareverlust nicht die Daten verloren sind, haben wir uns für die Cloud entschieden. Dazu habe ich noch eine Festplatte für Backups dabei und eine Weitere bei meiner Homebase. Im schlimmsten Fall hätte ich also alle Daten vor Reisebeginn verfügbar.

Kram verkaufen: Dazu mehr im Flohmarktbeitrag

Letzter Monat

Abschiedsparty feiern: Ich habe sie einen Monat vor Abreise gefeiert. So konnte ich alle Leute noch einmal sehen und hatte im Anschluss genügend Zeit die Reisevorbereitungen abzuschließen.

Kopien und Scans aller Dokumente:
• Reisepass
• Kreditkarten
• Impfpass
• Auslandskrankenversicherungsschein
• Tauchschein
• Führerschein
• internationaler Führerschein
Diese Dokumente habe ich dabei als: Hardcopy, in der Cloud und im Homebaseordner

Adressänderung auf Homebase: mit einem Nachsendeauftrag der Post oder via Nachbarn oder mit Adressänderung bei den Gesellschaften oder allem zusammen.

Homebase-Ordner abgeben und persönlich besprechen: Ich bin mit meiner Homebase den Inhalt des Ordners persönlich durchgegangen. Dazu habe ich vereinbart, dass mir Post gescannt einmal pro Woche per E-Mail zugesandt wird.

Ausrüstung fotografieren: Im Falle des Reisegepäckverlusts oder bei Diebstahl gibt es einen Nachweis der Ausrüstung

Geldsystem Ausland: Wie kommt Geld auf die Kreditkarte? Was machen, wenn die Kreditkarte gemopst wurde? Wieviel Bargeld dabei? Pin/Tan-System…

Geschenke an helfende Hände: Unsere Reise wird von mehreren Personen in der Heimat unterstützt. Seien es die vielen helfenden Hände für die Abschlussfeier oder die Homebase. Ihnen habe noch noch eine Aufmerksamkeit zukommen lassen. Wer weiß, wann ich sie das nächste mal sehe. Viola hat das auch so gemacht. Dazu hat sie noch Briefe geschrieben.

Puffer haben: Die letzten Wochen vor der Abreise wurden für uns, trotz guter Planung, doch voller als erwartet. Ich musste noch Bücher digitalisieren und Viola verbrachte viel Zeit beim Arbeitsamt. Uns kam zu Gute, dass wir nicht mehr so viele Termine gelegt hatten.

So haben wir unsere Reise vorbereitet. Falls Du noch Anregungen und Ideen hast, schreib uns!

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